Profil der Fakultät für Mathematik

Schlüsseltechnologie Mathematik

Mathematik ist das Alphabet, in dem Gott die Welt geschrieben hat. (Galileo Galilei)

Angewandte Mathematik

Von der Satellitenbahnberechnung bis zum Trambahnfahrplan, vom Computerspiel bis zur globalen Klimasimulation, von der Herstellung sich selbst „reparierender“ Materialien bis zur Optionsbewertung in Finanzmärkten und zum Risikomanagement: Die Mathematik ist an der TUM eine anwendungsbezogene und computerorientierte Wissenschaft. Mathematiker bringen Ordnung ins Chaos, berechnen Gesetze für den Ablauf von Prozessen und können damit in Teilen die Zukunft voraussagen.
Die quantitative Erfassung von technischen und wirtschaftlichen Prozessen nimmt in unserer Gesellschaft eine Schlüsselfunktion ein. Der methodische Kern entsprechender Modellierungen, Analysen und Algorithmen ist mathematischer Art, wodurch die Mathematik zu einem zentralen innovativen Faktor wird. Aus ihrer Bedeutung als Querschnittswissenschaft hat die anwendungsorientierte Mathematik der TUM ein klares Profil entwickelt, weltweit anerkannt, durch Evaluationen und Auszeichnungen bestätigt.

Vernetzung mit anderen TUM-Fakultäten

Markant ist die enge Vernetzung zu den Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- und Lebenswissenschaften innerhalb und außerhalb der TUM. Mathematik wird in zahlreichen Berufssparten gebraucht, viele Mathematiker arbeiten später eng mit Kollegen aus anderen Fachrichtungen zusammen. Die Fakultät für Mathematik setzt ca. 60% ihrer Lehrkapazität in Dienstleistungsvorlesungen für Ingenieure, Informatiker, Naturwissenschaftler und Wirtschaftswissenschaftler ein.

Innovativ auf bewährter Basis

Berühmte Denker wie Felix Klein sind an der Fakultät für Mathematik als Lehrer und Forscher tätig gewesen. Walther von Dyck, der erste Rektor der Technischen Hochschule München, war Mathematiker. Mit der Gründung des neuen Studiengangs Informatik war die Fakultät für Mathematik Ende der 60er Jahre beispielgebend für ganz Deutschland. Ähnliches gilt für die Einführung des Studiengangs Finanz- und Wirtschaftsmathematik im Jahre 1997. Mittlerweile umwerben internationale Finanzdienstleister unsere Absolventen.
Die TUM-Mathematik hat eine hervorragende Crew international renommierter Hochschullehrer. Nach der Neubesetzung aller Lehrstühle werden nun Jahr für Jahr junge und ehrgeizige Wissenschaftler für weitere attraktive Professorenstellen gewonnen.
Seit 1992 gibt es zwei getrennte Fakultäten für Mathematik und Informatik, die nach wie vor eng zusammenarbeiten. Planung, Ausstattung und Bezug des gemeinsamen Neubaus (2002) auf dem TUM-Campus Garching belegen dies eindrucksvoll. Großzügige Architektur, eine phantastisch gestaltete Bibliothek und modernste Rechnerausstattung motivieren Studierende und Mitarbeiter. Eine Riesenparabel über mehrere Etagen setzt einen originellen architektonischen Akzent in einem Wissenschaftsgebäude der Offenheit und Transparenz.

Erste Adresse in Deutschland, Rankings

Die Fakultät wurde als eine von fünf ReformFakultäten vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ausgezeichnet und gilt als erste Adresse in Deutschland für ein Studium in Angewandter Mathematik. Dies belegen das FOCUS-Ranking vom Juni 2007 und das CHE-Hochschul-Ranking von 2006. „Die TUM schafft es als einzige Hochschule gleichzeitig beim Kriterium »Studiensituation insgesamt« und bei der »Reputation bei Professoren« an die Spitze.« (CHE-Ranking Mathematik)
Das Fazit der Evaluation durch externe Fachgutachter im Februar 2001: »Die Kommission hat den Eindruck gewonnen, dass die Fakultät ... in den Kernaufgaben der Lehre ... und in der Forschung Hervorragendes leistet.« Der Bayerische Oberste Rechnungshof wies 2001 der TUM-Mathematik einen Spitzenplatz hinsichtlich Drittmitteleinwerbung, hoher Zahl der Studienanfänger und geringsten Abbrecherraten zu.

Forschungsschwerpunkte

Numerik, Wissenschaftliches Rechnen, Stochastik, Finanzmathematik, Risikomanagement, Optimierung, Dynamische Systeme, Dynamische Geometrie, Diskrete Mathematik, Algorithmische Algebra, Biomathematik, Mathematische Physik, Analysis und Simulation großer Quantensysteme.

Studierende, Auslandsaustausch

Rund 1.200 Studierende (bei jährlich 200 bis 250 Studienanfängern) spezialisieren sich nach einer breiten Grundlagenausbildung auf die oben genannten Schwerpunkte der Angewandten Mathematik. Auf die guten Berufsaussichten gehen wir an anderer Stelle nochmals ein.
Der modulare Aufbau der Studien- und Prüfungsstruktur der TUM-Mathematik erlaubt es den Studenten – ohne Verlängerung der Gesamtstudienzeit – problemlos für ein oder zwei Semester ins Ausland zu gehen. Die eigens geschaffene Stelle einer Auslandsreferentin unterstützt mittlerweile mehr als die Hälfte unserer Studierenden bei der Planung und Durchführung von Aufenthalten an ausländischen Universitäten.
Die knapp 20% ausländischen Studierenden in mathematischen Studiengängen an der TUM kommen mehrheitlich aus Osteuropa und China.

Umstellung auf Bachelor - Master zum Wintersemester 2007/2008, Elitestudiengänge

Zum WS 2007/2008 stellte die Fakultät ihr breites Studienangebot auf das Bachelor/Master-System um. Ein einziger grundständiger Bachelor-Studiengang fächert sich ab dem 5. Semester so auf, dass ein reibungsloser Übergang zu fünf konsekutiven Masterstudiengängen möglich ist. Gemäß dem angewandten Profil der Fakultät werden hierbei die Studierenden – wiederum einzigartig in Deutschland – ab dem ersten Fachsemester mit Propädeutikvorlesungen an die wichtigen Teilgebiete Diskrete Mathematik, Numerik, Stochastik und Mathematische Modellbildung herangeführt.
Die Fakultät für Mathematik bietet das volle Spektrum an mathematischen Studiengängen an:

  • Bachelor Mathematik (6 Sem.),
  • Master Mathematik (4 Sem.),
  • Master Mathematical Finance and Actuarial Science (4 Sem.),
  • Mathematics of Operations Research (Wirtschaftsmathematik; 4 Sem.),
  • Master Mathematics in Science and Engineering (4 Sem.),
  • Master Mathematics in Bioscience (4 Sem.),
  • TopMath: Angewandte Mathematik mit Promotion (Sprecheruniversität TUM) im Elitenetzwerk Bayern.

Der Elitestudiengang TopMath führt (ab 5. Sem.) exzellente Studierende nach zwei Jahren Grundstudium durch individuelle 1-zu-1-Betreuung eines Professors und sog. „Independent Studies“ (vor allem zu neueren Artikeln in Fachzeitschriften) in vier weiteren Jahren bereits zur Promotion.
Die Fakultät ist an noch zwei Elitestudiengängen der Universität Augsburg und der LMU München mit Master-Abschluss verantwortlich beteiligt:

Betreuung, Studienberatung, Studiendauer

Auf die Betreuung der Studierenden wird größter Wert gelegt. Genannt seien hier der mehrwöchige Mathematik-Vorkurs in den Ferien vor dem Antritt des Studiums, die Studien-Einführungs-Tage (SET), über den normalen Studienbetrieb hinausgehende, prüfungsvorbereitende Studiengruppen, eine einwöchige Frühjahrsschule, z.B. im Kleinen Walsertal, die allen Studierenden offen steht – und vor allem – eine individuelle Studienberatung: Emails von Studierenden werden noch am selben Tag beantwortet und ggf. mit einem kurzfristig angesetzten Gesprächstermin versehen. Unsere Studierenden sind stolz auf „Ihre“ Fakultät. Dies schlägt sich nicht zuletzt im Studierendenurteil des jüngsten CHE-Rankings nieder.
Trotz des hohen Ausbildungsniveaus waren die mittleren Studienzeiten dank klarer Strukturierung bei den Diplom-Studiengängen deutlich kürzer als im Bundesdurchschnitt (13,5 Semester gegenüber 10,5 Semester an der TUM). Auch in Zukunft wird ein konsekutives mathematisches Bachelor-Master-Studium, mit einsemestrigem Auslandaufenthalt, nicht länger als 10 bis 11 Semester dauern.

Rekrutierung exzellenter Studienbewerber, Eignungsfeststellungsverfahren

Der gute Ruf der Fakultät zieht eine große Zahl qualifizierter Studienbewerber an die TUM. Ein übersichtlicher Web-Auftritt wird ergänzt durch Führungen an Lehrstühlen und Probevorlesungen für Gymnasiasten. Erfolgreiche Projekte sind das jeweils in den Pfingstferien an der TUM stattfindende TUM-Mathematik-Stipendium (TUMMS) für 30 begabte Kollegiaten sowie das Tandem-Programm AbiTUMath, bei dem je ein exzellenter Schüler mit einem Studierenden des 3. Sem. zusammengespannt wird. In reizvoller Umgebung, z.B. in Kloster Neustift, Südtirol, werden eine Woche lang anspruchvolle Aufgaben gelöst. Das Vortragen der Ergebnisse in Seminar-Atmosphäre trägt zu einem äußerst fruchtbaren Austausch zwischen allen Beteiligten bei.
Seit 2002 durchlaufen alle Studienbewerber ein Eignungsfeststellungsverfahren (EfV). Dadurch sollen noch geringere Abbrecherquoten und eine noch kürzere Studiendauer erzielt werden. Die Evaluierungen der ersten Jahrgänge ergeben bereits vielversprechende Resultate. So stieg die Anzahl bestandener Vordiplome von 49% im Vorgänger-Jahrgang ohne EfV auf über 60% mit EfV.
Durch das EfV wird frühzeitig ein enger Kontakt zu den künftigen Studierenden hergestellt. Die Studierenden identifizieren sich mehr als sonst mit ihrer Alma Mater. Zusammen mit einem Umfeld ausgezeichneter Kommilitonen/innen und einer effektiven Studienorganisation entsteht ein Klima höchster Leistungsbereitschaft und gegenseitiger Motivation, wie maßgeschneidert für eine Exzellenz-Universität.
Bis zum Frühjahr 2007 haben die ersten „eignungsfestgestellten“ Studierenden ihr Studium abgeschlossen, viele mit „ausgezeichnetem Erfolg“ und 15 in Elitestudiengängen. Im Schnitt erhalten ca. 10% unserer Absolventen das Prädikat „mit Auszeichnung“. Das EfV erhöht die Attraktivität der Fakultät für exzellente Mathematik-Bewerber nochmals. Seit 2002 ist die Zahl von Bewerbern mit Abiturschnitt 1,0 oder 1,1 von 32 auf 48 gestiegen. 2002 hatten 87 Bewerber einen Abiturschnitt von 1,5 oder besser, 2006 waren es bereits 124.

Einsatz neuer Medien

Eine Vorreiterrolle spielt die TUM-Mathematik beim Einsatz neuer Medien. Multimediale interaktive Techniken sind eine wichtige Ergänzung des klassischen Unterrichts. Ob in den Rechnerpool-Räumen der TUM, am vernetzten Laptop oder am eigenen PC zu Hause: Überall werden Animationen, Stoffzusammenfassungen und ergänzende Lehrmaterialien online zur Verfügung gestellt.

Berufsaussichten: Hochqualifiziert für Industrie, Wirtschaft und Forschung

Anwendungsorientiert ausgebildete Mathematiker bekommen nicht nur sofort einen Job, sondern können meist auch zwischen mehreren Angeboten wählen, zunehmend auch im Ausland. In Banken, Versicherungen und High-Tech-Firmen sitzen Mathematiker im Vorstand.
Auch für die universitäre Forschung bietet die TUM ein ausgezeichnetes Sprungbrett: Bereits während des Studiums können die Studierenden kleinere Forschungsaufträge übernehmen. Regelmäßig werden Diplomarbeiten der Fakultät von Industrie, Banken, Versicherungen, Stiftungen und der Deutschen Mathematiker-Vereinigung ausgezeichnet. Die Promotionsrate liegt derzeit bei über 35%.
Doktoranden und Habilitanden der TUM-Mathematik bewerben sich erfolgreich auf Professorenstellen im In- und Ausland: Seit 2005 wurden 15 junge Mathematiker von der TUM wegberufen, 6 von ihnen auf C4- bzw. W3-Stellen.
Absolventen von 2006 antworten auf die Frage „Würden Sie nochmals an der TUM in einem mathematischen Studiengang studieren?“

  • Ja, der gute Ruf der TUM öffnet viele Türen.
  • Ja, hier erfahre ich eine Grundschulung für das spätere Berufsleben und lerne Herangehensweisen an Probleme.
  • Ja, glänzende Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
  • Absolut. Theoretische Tiefe ist für Praxisjobs immer noch unabdingbar. TUM vereint Theorie und Praxis.
  • Ja, weil es viel Spaß gemacht hat, sehr interessant und gut organisiert ist. Das straff geregelte Grundstudium legt die wichtigsten Grundlagen. Später sind ausreichend Freiräume, das vielfältige und anspruchsvolle Vorlesungsangebot individuell zu nutzen.
  • Ja. Das Mathe-Studium befähigt zu strukturiertem Denken und systematischem Arbeiten – alles andere lernt man in der Arbeit.
  • Ja. Attraktiv wegen des hohen Niveaus der Lehrveranstaltungen und der flexiblen Wahl der Anwendungsfächer an der TUM.


Geschichte

Geschichte der Mathematik an der TUM als PDF-Datei


 

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